„What She Carried“ ist eine interaktive Ausstellung über Marianne, eine junge Donauschwäbin. Die Wand erzählt ihre fiktive Geschichte – von ihrer Jugend, als sie zum ersten Mal die aufwendige Tracht trug, bis zu ihrem Hochzeitstag. An mehreren interaktiven Stationen entdecken Besucher*innen die gesellschaftlichen Ideale, die Frauen verkörpern sollten, und die körperlichen Belastungen durch die Kleidung, die mehrere Kilogramm wiegen konnte und aus mehreren gestärkten Unterröcken bestand.
Die Ausstellung
Im Rahmen des Projekts entwickelten Studierende aus vier Studiengängen in interdisziplinären Teams Medieninstallationen zum Thema „Ertragen“ – in Zusammenarbeit mit dem Donauschwäbischen Zentralmuseum (DZM) in Ulm.
Unser Team setzte sich in einer interaktiven Ausstellung mit der traditionellen donauschwäbischen Kleidung auseinander. Im Fokus standen die visuelle Präsenz und die materielle Komplexität der Trachten, deren vielschichtigen Aufbau wir in ein zugängliches Ausstellungserlebnis übersetzt haben.

Die interaktive Wand
Die interaktive Wand verbindet gedruckte Illustrationen und Texte mit projizierten interaktiven Elementen. Ein Projektor markiert die Interaktionspunkte mit pulsierenden blauen Kreisen und lädt Besucher*innen ein, sich aktiv mit dem Exponat zu beschäftigen. Durch Berühren dieser Flächen starten entweder Audio-Erzählungen der Protagonistin Marianne oder animierte Sequenzen. Die Geschichte entfaltet sich bruchstückhaft und persönlich – Besucher*innen entscheiden selbst, welche Stationen und Momente sie erkunden möchten.
Illustration
Um Mariannes Geschichte hervorzuheben, entwickelten wir einen eigenen Illustrationsstil mit harten Kanten und einer klaren, zugleich verspielten Formensprache. Die Schwarz-Weiß-Ästhetik schafft eine starke, zeitlose Bildsprache, die den Fokus auf die Geschichte und ihren historischen Kontext lenkt. Verspielte Formen, ausdrucksstarke Illustrationen und feine Details verleihen dem Ganzen Persönlichkeit, damit die Gestaltung nicht zu streng oder förmlich wirkt.

Reflexion
Von lebensgroßen Papierprototypen bis zum fertigen Exponat hat jeder Schritt zu einer stimmigen Gesamtlösung beigetragen. Mithilfe von Projektionen konnten wir die Proportionen von Inhalten und Typografie verfeinern.
Es lohnt sich, Ideen früh mit verschiedenen Materialien zu testen, um herauszufinden, was in der Praxis am besten funktioniert. Da wir für eine fast drei Meter lange Wand wenig Zeit und ein kleines Budget hatten, entschieden wir uns für ein Material, das leider nicht optimal funktionierte und Luftblasen bildete, was die visuelle Qualität des Ergebnisses beeinträchtigte. Trotzdem hatten viele Besucher*innen Freude daran, sich mit unserem Exponat zu beschäftigen.




