Edid

Edid denkt digitale Bildbearbeitung als greifbare Interaktion neu. Statt sich allein auf komplexe Bildschirm-Bedienelemente zu verlassen, gibt das Gerät Fotograf*innen physischen Zugriff auf zentrale Bearbeitungsfunktionen und ermöglicht so einen direkteren, fokussierteren und ausdrucksstärkeren Workflow.

Details

Digitale Bildbearbeitungssoftware bietet zwar enorme kreative Möglichkeiten, doch das Navigieren durch Menüs, Schieberegler und Werkzeugleisten lässt häufige Anpassungen indirekt wirken und unterbricht den kreativen Prozess. Edid schließt diese Lücke mit einem zugänglichen physischen Interface.

Unsere Analyse zeigte, dass das Ausrichten gerader Linien, das Positionieren von Bildecken und feine Drehkorrekturen mit herkömmlichen Bildschirm-Bedienelementen schwierig sein können. Zudem bietet das standardmäßige Drittel-Raster nur begrenzte Hilfe bei präziser geometrischer Ausrichtung. Edid erkundet einen direkteren, haptischen Ansatz für diese grundlegenden Bearbeitungsschritte.

Funktionen

Edid ist ein tragbares 14-Zoll-Gerät für präzises Zuschneiden, Ausrichten und Korrigieren der Perspektive. Bewegliche Pucks auf dem Bildschirm legen die Bildecken fest, eine vergrößerte Detailansicht unterstützt die genaue Platzierung. Durch Drehen des oberen Puck-Teils wird die Perspektive angepasst, durch Drücken die Position fixiert. Eine magnetisch ansteckbare Seitenleiste bietet drei multifunktionale Drehregler für Einstellungen wie Helligkeit, Kontrast, Sättigung, Drehung und Bildnavigation.

Design-Prototyp

Der Design-Prototyp konzentriert sich auf präzise visuelle Ausrichtung und klare physische Interaktion. Dreieckige, hochglänzend schwarze Metall-Führungsschienen verringern Parallaxenfehler, während gummierte Pucks angenehm und rutschfest in der Hand liegen. Jeder Puck hat ein integriertes Display für kontextbezogenes Feedback. Das Gehäuse aus Space-Grey-Aluminium verleiht dem Produkt einen robusten, tragbaren Charakter, und die abnehmbare Seitenleiste lässt sich auf beiden Seiten des Rahmens anbringen – für Links- wie Rechtshänder*innen.

Designprozess

Der Designprozess verband Recherche, Prototyping, Tests und Verfeinerung. In der Recherchephase untersuchten wir, wie physische Objekte und natürliche Gesten das Zuschneiden und Ausrichten von Bildern unterstützen können. Ideen wie Vergrößerungsrahmen, Bearbeitungshandschuhe und verstellbare Rahmen setzten wir in Papierprototypen um und testeten sie praktisch. Mit der „Wizard of Oz“-Methode simulierten wir die geplanten Interaktionen, um das Konzept zu bewerten, bevor die technischen Funktionen entwickelt wurden. Aus diesen Experimenten entstand das rahmenbasierte Interaktionsprinzip hinter Edid.

Reflexion

Die Tests deckten Probleme wie Parallaxenfehler, unklare Bedienelemente und eine unbequeme Körperhaltung auf. Diese Erkenntnisse prägten unsere Gestaltungsentscheidungen und halfen uns, Edid zu einem tragbaren Gerät weiterzuentwickeln, das präzise Ausrichtung und direkte physische Interaktion ermöglicht.

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